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Kapitel-Überschrift 13 Schätze aus dem Archiv der Stadt Bad Münstereifel Alte Urkunden – noch in einer heute fremden Schrift auf Pergament geschrieben und mit schönen Wachssiegeln beglaubigt, historische Ansichten – zum Teil noch auf Bildplatten fixiert, später dann auf Papierabzügen, Ratsprotokolle, Stadtrechnungen, Bücher zur Stadtgeschichte – dies alles und vieles mehr findet sich im Archiv der Stadt Bad Münstereifel. Wenn vom Stadtarchiv die Rede ist, sind eigentlich mehrere Archive gemeint. Das Verwaltungsarchiv, das in ein Zeit- und ein Dauerarchiv gegliedert ist, dürfte dabei den Bürger weniger interessieren. Interessanter werden da schon die Bestände Bad Münstereifel Stadt und -Land, die die Verwaltung in der Zeit zwischen 1816 und 1970 widerspiegeln. Damals – 1816 – war das Rheinland gerade preußisch geworden; die damals geschaffenen Verwaltungseinteilungen hatten weitestgehend bis zur kommunalen Neugliederung Bestand. Das Archivgut, das vor 1816 entstand, ist dem Historischen Archiv zugeordnet. Es umfasst neben Ratsprotokollen, Gerichtsprotokollen, Hospitalsakten auch Stadtrechnungen und anderes Schriftgut, das demjenigen, der die Schriften zu lesen vermag, einen unverstellten Einblick in die Zeiten des Alten Reiches vermittelt. Die Glanzlichter im historischen Bestand sind aber zweifelsohne die Originalurkunden. „Das geht auf keine Kuhhaut,“ ist eine heute noch gerne benutzte Redewendung. Sie geht zurück auf das Mittelalter, als man Urkunden noch auf Pergament – also Tierhaut – aufschrieb. Rund 200 Originalurkunden besitzt das Stadtarchiv. Sie sind Zeugen der einstigen Größe und Bedeutung Münstereifels, das Mithauptstadt im Herzogtum Jülich war. Freunde des Zeitungswesens haben an der Münstereifeler Zeitung ihre Freude. Sie wurde zwischen 1893 und 1939 im Städtchen an der Erft gedruckt. Von den kleineren Archivbeständen beeindrucken das Fotoarchiv und das Personenstandsarchiv. Im Fotoarchiv sind Ansichtskarten von 1880 bis zur Gegenwart und natürlich Fotos gesichert und erschlossen. Zum Personenstandsarchiv gehören Geburts-, Heirats- und Sterberegister. Sie stehen vor allem bei „Ahnenforschern“ hoch im Kurs. Ein besonderes Konvolut stellt das Haass-Archiv dar. Es sammelt und sichert die Spuren des „Heiligen Doktors von Moskau“, der 1780 in Münstereifel als Friedrich Joseph Haass das Licht der Welt erblickte. Nach einem segensreichen Wirken starb er 1853 in Moskau. In der kleinen Arbeitsbibliothek ist das gedruckte Schrifttum über Bad Münstereifel zusammen getragen worden. Das älteste Buch ist die „Geschichte der Stadt Münstereifel und der nachbarlichen Ortschaften“, die der Gymnasialdirektor Jakob Katzfey 1854 und 1855 veröffentlichte. Das Archiv der Stadt Bad Münstereifel ist ein öffentliches Archiv. Seine Benutzung steht jedem Bürger oder Gast offen. Allerdings werden Verwaltungsgebühren erhoben.


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